Abschreibungen auf Forschungsprojekte, Restrukturierungskosten und niedrigere Preise für Medikamente machen dem Pharmakonzern Novartis zu schaffen. Das Nettoergebnis brach im vierten Quartal um fast die Hälfte ein, wie die Novartis AG mitteilte. Für das laufende Geschäftsjahr gaben die Basler einen eher verhaltenen Ausblick.
Den Umsatz sieht das Baseler Unternehmen, das sich wegen der auslaufenden Patente auf wichtige Medikamente der zunehmenden Konkurrenz durch Generika ausgesetzt sieht, lediglich auf dem Niveau von 2011. Die operative Kernmarge soll leicht unter der von 2011 liegen. Unter anderem verliert im laufenden Jahr der Blutdrucksenker Diovan seinen Patentschutz in den USA. Mit einem Umsatz von 5,67 Mrd. US-Dollar war Diovan auch 2011 noch der verkaufsstärkte Blockbuster von Novartis. Eine Enttäuschnung mussten die Basler im 4. Quartal 2011 im Zusammenhang mit einem neuen Hoffnungsträger, dem Blutdrucksenker Rasilez/Tekturna, hinnehmen: Im Dezember hatte Novartis eine Studie mit Rasilez/Tekturna bei Hochrisikopatienten mit Diabetes und beeinträchtigter Nierenfunktion abgebrochen, weil eine erhöhte Gefahr von schädlichen Nebenwirkungen festgestellt worden war.
Im Zeitraum von Oktober bis Dezember fiel der Nettogewinn des Konzerns auf 1,2 Milliarden US-Dollar nach 2,17 Milliarden im Vorjahreszeitraum und verfehlte damit die Markterwartung von 1,76 Milliarden Dollar klar. Beim Umsatz konnten die Schweizer dagegen punkten. Die Erlöse stiegen im vierten Quartal höher als erwartet um 4 Prozent auf 14,8 Milliarden Dollar, unter anderem wegen des Umsatzbeitrages des übernommenen Augenspezialisten Alcon. Durch das Erstarken des Dollars gegenüber den meisten wesentlichen Währungen wurde die Umsatzentwicklung um 1% beeinträchtigt.
Im Gesamtjahr 2011 erzielte Novartis einen Umsatz von 58,6 Mrd. Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der operative Gewinn gab 2011 um 5 % auf 11,0 Mrd. Dollar nach, der Reingewinn legte um 12 % auf 13,5 Mrd. Dollar zu. Positiv hebt die Novartis-Führung in ihrer mitteilung die dynamische Verjüngung des Portfolios hervor: Die jüngsten Produkte des Konzerns erzielten demnach 2011 einen Zuwachs von 38 % und steuerten 25 % (14,4 Mrd. Dollar) zum Nettoumsatz bei. (Dow Jones/PD/rma)




