Der Schweizer Chemie- und Biotechkonzern Lonza hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem CEO Stefan Borgas getrennt Grund für die Entlassung sei das schlechte Abschneiden von Borgas.
"Während der letzten zwei oder drei Jahre hat Lonza die gesteckten Ziele nicht erreicht", begründete Verwaltungsratspräsident Rolf Soiron die Entscheidung. Soiron will die Geschäfte des Basler Unternehmens nun führen, bis ein neuer CEO gefunden ist.
Borgas wurde entlassen, nachdem Lonza mit den Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres die Markterwartungen enttäuscht hatte. Der Nettogewinn der Schweizer sank um 46 Prozent auf 154 Millionen Schweizer Franken, umgerechnet 127,4 Millionen Euro. Die Umsätze stagnierten bei 2,7 Milliarden Franken.
Grund für den Gewinneinbruch war vor allem die günstige Konkurrenz asiatischer Chemiehersteller. Zusätzlich belasteten die hohe Energiekosten in der Schweiz und der starke Franken. Die schlechten Zahlen haben den Börsenkurs der Lonza-Aktien im vergangen Jahr um mehr als ein Fünftel einbrechen lassen.
Im vergangenen Jahr übernahm Lonza den amerikanischen Biozide-Hersteller Arch, um sich auf dieser Basis ein zweites starkes Standbein neben der Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen (API) aufzubauen. Im Das Custom-Manufacturing von API sieht sich Lonza einer zunehmend starken Konkurrenz aus Fernost sowie einem verschärften Preisdruck ausgeliefert. Um die Erträge zu steigern, streben die Schweizer u.a. eine Erweiterung der Wertschöpfungskette in Richtung fertige Formulierungen an. Lonza betreibt selber Standorte in Asien, grösster Konzernstandort ist aber nach wie vor das Werk in Visp VS mit rund 2800 Mitarbeitern.
(Dow Jones/rma)




