Stickstoff-Düngemittel

K + S verkauft Geschäft an russische Eurochem

Ralf Mayer am 11.05.2012

Der Düngemittel- und Salzkonzern K+S hat eine Lösung für sein Stickstoff-Düngemittelgeschäft gefunden. Die Vertriebsgesellschaft Nitrogen werde von dem russischen Agrochemiekonzern Eurochem übernommen, teilte K + S mit. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Transaktion mit einem Unternehmenswert von 140 Millionen Euro dürfte bis Ende des zweiten Quartals abgeschlossen werden.

Ihren Buchgewinn aus der Veräusserung bezifferte die K+S AG auf etwa 70 bis 80 Millionen Euro. Mit der Veräußerung zieht der Konzern einen Schlussstrich unter diesen Geschäftsbereich, der schon lange nicht mehr zu den Kernaktivitäten zählt. Künftig will sich der Konzern wie angekündigt nur noch auf Kali- und Magnesiumprodukte sowie Salz konzentrieren.
Über einen Verkauf von Nitrogen an Eurochem war bereits spekuliert worden, nachdem die BASF ihr Felddüngergeschäft an die Russen verkauft hatte. Denn jene stickstoffhaltigen Düngemittel für Obst, Gemüse und Weinanbau hatte die BASF über K+S in Europa über K+S vermarket, die den Vertrieb und das Marketing wiederum über ihre Tochter Nitrogen abwickelte. Die zwischen BASF und K+S bestehende Vertriebsvereinbarung lief aber weiter und ist Ende 2014 kündbar. K+S bekommt den Dünger derzeit noch von BASF und Eurochem geliefert.
Die Stickstoff-Düngemittelgeschäfte erzielten 2011 Erlöse von 1,2 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von etwa 70 Millionen Euro. Sie steuerten damit gut 22 Prozent zu den Konzernerlösen von K+S bei. Früheren Angaben zufolge werden dort etwa 180 Mitarbeiter beschäftigt. (Dow Jones)

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«Man kann eine Konjunktur durch unnötige Statements und den politischen Zick-Zack-Kurs in den Entscheidungsprozessen auch kaputt reden», kommentierte ein von der «Chemie plus» befragter Chemiedistributeur die aktuelle Situation. So werde zum Beispiel zu viel darüber debattiert, welchen Einfluss die Eurokrise auf die wirtschaftliche Entwicklung hat. In der Tat ziehen politische Prozesse und Debatten derzeit tiefe Furchen in die Wirtschaftslandschaft.

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