Chemiedistribution

Brenntag bleibt auf Wachstumskurs

Ralf Mayer am 11.05.2012

Der weltgrösste Chemikalienhändler Brenntag hat sich im Auftaktquartal gut geschlagen. Umsatz und Gewinn legten vor allem dank der im Vorjahr getätigten Zukäufe deutlich zu. Der Konzern profitiert zudem weiter vom Trend der Unternehmen, ihre Distributionsaktivitäten auszulagern.

In den ersten drei Monaten des Jahres stiegen die Erlöse um 10,4 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBITDA) kam um 8,7 Prozent auf 171,6 Millionen Euro voran. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 79,4 Millionen Euro 18,7 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Gewinnanstieg ist unter anderem auf niedrigere Finanzierungskosten zurückzuführen, da Brenntag vergangenes Jahre eine Refinanzierung zu günstigeren Konditionen gelang. Mit den Quartalszahlen erfüllte der Konzern die Analystenerwartungen.
Gut liefen die Geschäfte in Europa. Hier stiegen die Erlöse insbesondere durch die Übernahme der Multisol Gruppe um 5,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Operativ legte der Gewinn um 1,5 Prozent auf 79,6 Millionen Euro zu. Belastet wurde das Ergebnis insbesondere durch Einmalkosten für Massnahmen zur Effizienzsteigerungen.
Noch besser lief es für den MDAX-Konzern in Nordamerika. Gestützt durch das US-Wirtschaftswachstum und die Akquisition von G. S. Robins erhöhte sich der Umsatz um 16,3 Prozent auf 759,3 Millionen Euro. Operativ ging es um 16,9 Prozent auf 73,9 Millionen nach oben.
Rasant kletterten die Erlöse in der Region Asien Pazifik. Vor allem der Zukauf der Zhong Yung Gruppe führten zu einem Umsatzsprung um 68,3 Prozent auf 144,1 Millionen Euro. Operativ legte der Gewinn allerdings - belastet von der Flut in Thailand - nur um 8,2 Prozent auf 10,6 Millionen Euro zu.
Für das Gesamtjahr prognostiziert der Konzern aus Mühlheim an der Ruhr weiterhin ein Wachstum aller relevanten Ergebnisgrössen. Das grösste Wachstumspotenzial wird unverändert im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Lateinamerika gesehen.
Zuversichtlich stimmen den Chemikalienhändler auch die Robustheit seines Geschäftsmodells und seine breite geographische Aufstellung, mit deren Hilfe regionale Schwächen ausbalanciert werden sollen. Darüber hinaus will der Konzern mit Effizienzsteigerungsmassnahmen die Leistungsfähigkeit weiter verbessern.
Auch mittel- bis langfristig rechnet Brenntag mit einem Wachstum des Marktes und will das Produktportfolio in den kommenden Jahren vor allem bei margenstarken Spezialchemikalien ausbauen. Auch das Geschäft mit Dienstleistungen wie dem Mischen von Chemikalien und mit Formulierungen soll erweitert werden. (Dow Jones)

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«Man kann eine Konjunktur durch unnötige Statements und den politischen Zick-Zack-Kurs in den Entscheidungsprozessen auch kaputt reden», kommentierte ein von der «Chemie plus» befragter Chemiedistributeur die aktuelle Situation. So werde zum Beispiel zu viel darüber debattiert, welchen Einfluss die Eurokrise auf die wirtschaftliche Entwicklung hat. In der Tat ziehen politische Prozesse und Debatten derzeit tiefe Furchen in die Wirtschaftslandschaft.

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