Die geplante Restrukturierung der Merck KGaA macht auch vor den Mitarbeitern des Darmstädter Konzerns in der Schweiz nicht halt. Die Pharmasparte Merck Serono wird ihre Zentrale in Genf (Bild) schliessen. Die Massnahmen, von denen auch andere Schweizer Merck-Standorte betroffen sind, gehen mit einem massiven Jobabbau einher.
Von den 1250 derzeit in Genf angesiedelten Stellen sollen 750 Positionen verlegt werden. Sämtliche Hauptverwaltungsfunktionen sollen in einem Merck Serono Campus in Darmstadt zusammengefasst werden. Zudem sollen Stellen im Bereich Forschung & Entwicklung von Genf nach Darmstadt, Boston und Peking verlagert werden. Zirka 130 Stellen mit Bezug zu Produktionsfunktionen will Merck von der Calvin-Stadt an den Waadtländer Standort Aubonne übersiedlen. Rund 500 der Genfer Jobs sollen ganz wegfallen, dazu rund 80 Stellen an den drei Produktionsstandorten in der Schweiz - Aubonne, Corsier-sur Vevey und Coinsins.
Damit soll eine "schlankere und agilere" Organisation etabliert werden. Mit den Versetzungen und dem Stellenabbau soll in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden, die Pläne sollen im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden.
Merck hat sich jüngst ein umfassendes Restrukturierungsprogramm verpasst, mit der Begründung, effizienter und schlagkräftiger werden zu müssen. In den nächsten beiden Jahren will Merck die Fixkosten in allen Regionen und Segmenten reduzieren - die Kosten für Forschung, Vertrieb und Verwaltung sind bei den Darmstädtern höher als bei Wettbewerbern.
„Die geplanten Massnahmen für Merck Serono in der Schweiz sind notwendig, um langfristig unsere globale Wettbewerbsposition sowie unsere Zukunft in einem sich rasch ändernden Markt zu sichern”, sagte Stefan Oschmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und verantwortlich für die Sparte Merck Serono. „Bedauerlicherweise sehen die geplanten Maßnahmen die Schliessung unserer Zentrale in Genf vor. (...) Wir arbeiten eng mit den entsprechenden Interessensgruppen, insbesondere den betroffenen Arbeitnehmern, an sozial verantwortlichen Lösungen. Im Zuge dessen prüfen wir auch die Möglichkeit spezieller unternehmerischer Partnerschaftsprogramme und Versetzungsvorschläge.” (Dow Jones, PD, rma)






